Lesemont Oktober 2018

Im Oktober las ich zwei Bücher.

Insomnia

Insomnia von Jilliane Hoffman 4_Sterne

Insomnia von Jilliane Hoffman erschien 2017 im rowohlt Taschenbuchverlag und ist ein fiktiver Thriller um die Morde des sogenannten „Hammermann“.

Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht dabei nicht der „Hammermann“ oder das Team eines Morddezernats, sondern ein Opfer.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert.

Teil I: Wir lernen Mallorie Knight, einen 17-jährigen Teenager und auch Agent               Bobby Dees kennen.

Teil II: Vier Jahre später an der University in Tallahassee, Florida

Teil III: Das Monster kehrt zurück und niemand glaubt ihr.

Die Morde des Hammermanns geschehen hauptsächlich in Florida und dem angrenzenden Staat Georgia.

Der Thriller ist sehr gut durchdacht, fokussiert sich aber nicht auf die eigentliche Jagd eines Ermittlerteams auf einen Serienmörder. In Teil 1 wird zwar auf die Polizeiarbeit eingegangen, aber vor allem auf die Zuständigkeiten und die dazugehörigen Streitigkeiten der Behörden und auch auf die Tatsache, dass so mancher Beamte eher auf die Karriere bedacht ist als Morde aufzuklären.

Ansonsten entwickelt sich der Thriller aus sich selbst heraus, durch „Zufalls“-Geschehnisse. Diese Zufälle und Ereignisse wirkten für mich sehr glaubhaft und nicht konstruiert. Sehr abwechslungsreich fand ich die Idee, dass wir einem „Opfer“ folgen.

Während der Geschichte gab es wenig bis gar keine Informationen über die eigentliche Jagd auf den Hammermann, nur am Ende wurde diese Arbeit nochmal kurz angesprochen.

Sehr gelungen fand ich die zahlreichen Dialoge, die der Geschichte weitere Glaubwürdigkeit verliehen. Durch die Dialoge lernt man die Charaktere und ihre soziale Umgebung kennen.

Die Geschichte ist authentisch und spannend geschrieben, wobei ich den Spannungsbogen im letzten Teil am intensivsten empfand und das Buch hier gar nicht aus der Hand legen mochte, vor allem weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, da stimmt doch was nicht.

Insomnia
Autorin: Jilliane Hoffman
Rowohlt Verlag, 2017, 1. Auflage
477 Seiten
Taschenbuch (Amazon.de)

Was vom Tage übrig blieb

Was vom Tage übrig blieb, Kazuo Ishiguro 5_Sterne

Kazuo Ishiguro erhielt 2017 den Literatur-Nobelpreis was mich veranlasste ein (früheres) Werk von diesem Autor zu lesen. Die Originalausgabe von „Was vom Tage übrig blieb“ erschien 1989 und wurde von Hermann Stiehl übersetzt. Ich las die 5. Ausgabe, erschienen 2016 im Wilhelm Heyne Verlag.

Der Butler Mr. Stevens begibt sich 1956 nach jahrzehntelanger Arbeit als Butler erstmals auf eine Ferienreise, in welcher er über die vergangenen Arbeitsjahre nachsinnt – vor allem auch über die Beziehungen zu Lord Darlington, seinem früheren Dienstherrn und zu Mrs. Kenton, seiner ehemaligen Kollegin.

Nach anfänglicher Eingewöhnung in die Sprache des Butlers, der uns seine Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, und des Hin- und Herspringens zwischen dem Hier und Jetzt (Ferienreise Juli 1956) und verschiedener Punkte in der Vergangenheit, sowie politischen bis lebensphilosophischen, ungewöhnlichen Gedanken, kam ich mehr und mehr in die Geschichte hinein und wurde von ihr eingenommen.

Sehr interessant fand ich die Einblicke in das Leben von englischen Häusern mit Bediensteten, deren politischen Einflüsse zur Zeiten des ersten und zweiten Weltkrieges, sowie der Gedanken zu dem beruflichen Anspruch bzw. Ideal ein „großer“ Butler zu sein: „Was ist die Würde eines großen Butlers?“

Unser Butler Mr. Stevens gibt uns hier seine Auffassung von der Würde eines Butlers wieder, nämlich die völlige Selbstaufgabe eines Individuums und uneingeschränkte Hingabe, Loyalität und Vertrauen zu seinem „höhergestellten“ Dienstherrn.

Auf der Ferienreise begegnet Mr. Stevens Menschen außerhalb seines Daseins in großen Häusern und der „gehobenen“ Gesellschaft und wird mit anderen Lebensauffassungen konfrontiert, sinnt vergangener Ereignisse nach und beginnt seine früheren Einstellungen zu hinterfragen und am Ende sogar zu verändern. So möchte er mehr Menschlichkeit „erlernen“, in dem er die Fertigkeiten im Scherzen erweitert.

„Was vom Tage übrig ist“ erzählt in ungeahnt leisen, aber nachhaltigen Tönen die großen Sinnfragen eines einzelnen Lebens: Reue etwas getan oder nicht getan zu haben, Wendepunkte im Leben, falsche oder richtig Entscheidungen und vielleicht das Wichtigste Veränderungen in Einstellungen und zukünftigem Leben zuzulassen.

Was vom Tage übrig bliebe
Autor: Kazuo Ishiguro
Heyne Verlag, 2016
288 Seiten
Taschenbuch (Amazon.de)

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querlesen

Langsam- und Genussleserin

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