Cicero und Kaiser Augustus

Lesemonat Februar 2019

Den gesamten Februar verbrachte ich im römischen Reich zur Zeiten Marcus Tullius Cicero und Kaiser Augustus.

Titan, Bd. 2 (Cicero-Reihe)

Titan, Band 2 (Cicero-Trilogie) von Robert Harris 5 von 5 Sterne

Titan ist der zweite Band der dreiteiligen Cicero-Reihe von Robert Harris.

Das Buch ist in zwei Teile untergliedert:

  • Teil eins: Konsul 63 v. Chr.
  • Teil zwei: Pater Patriae 62-58 v. Chr.

Nachdem Cicero im ersten Band um ein politisches Dasein kämpfte, startet der zweite Band damit, dass er das höchste Amt in Rom erreicht hat. Es ist 62. v. Chr. und Cicero ist Konsul und hat eine rege Anhängerschaft. Caesar, der im ersten Band noch als Nebenfigur auftrat, tritt im zweiten Band immer mehr in den Vordergrund und lenkt die Geschehnisse zu seinen Gunsten.

Nach Ende der Lektüre war ich überwältigt, von all den Intrigen und Verwicklungen, Mordkomplotte, Bündnisse die beschlossen wurden und wieder zerbarsten. Ein Mann, der das Richtige für Rom tun wollte, Widersacher und Befürworter hat, aber auch menschliche Schwächen und am Ende nach dem großen Aufstieg in Band 1 jetzt dem Untergang geweiht zu sein scheint.

Robert Harris versteht es wie kein anderer komplexe historische Ereignisse in einen spannenden Roman zu überführen. Cicero ist mir nahe, sein Sklave Tiro, der uns die Geschichte erzählt – ist mir nahe, ja seine Familie, Freunde und Feinde sind mir nahe. Undurchdringbar scheint das Geflecht aus, was zu tun sei, um das Richtige für Rom, sich selbst oder für andere zu tun. Entscheidungen werden, ja müssen, gefällt werden, die sich erst in der Zukunft manifestieren. Und Cicero muss immer einen oder mehr Schritte voraussehen, was seine Widersacher vorhaben. Dabei muss er das eine oder andere Mal auch gegen seine Prinzipien handeln, seinen Widersachern nette Worte ins Ohr flüstern, Versprechungen machen, die ihm eigentlich zuwider sind und Verpflichtungen eingehen, die ihm teuer zu stehen kommen. So ist eben Politik.

Ein spannender und interessanter Roman bei dem man Stunden in der römischen Antike verbringt und das politische Leben Roms kennenlernt.

Titan, Bd. 2 (Cicero-Trilogie)
Autor: Robert Harris
Heyne Verlag, 2015, 1. Aufl.
560 Seiten
Taschenbuch (Amazon.de)

Dictator, Bd. 3 (Cicero-Reihe)

Dictator, Band 3 (Cicero-Trilogie) von Robert Harris 5 von 5 Sterne

Dictator ist der abschließende Band der Cicero-Trilogie von Robert Harris.

Der dritte Band ist in zwei Teile untergliedert:

  • Teil Eins: Exilium (58 v. Vhr. – 47 v. Chr.)
  • Teil Zwei: Redux (47 v. Chr. – 43 v. Chr.)

Cicero muss, nachdem Julius Caesar die Macht endgültig an sich gerissen hat, ins Exil fliehen. Im zweiten Teil darf Cicero mit Erlaubnis Caesars  zurückkehren. Aber eine Verschwörung gegen Caesar führt zur dessen Ermordung und Cicero tritt auf die Seite, die Freiheit verspricht und kämpft erneut für die Republik. Ein neuer, sehr junger Protagonist der Geschichte taucht auf und wird ihm zum Verhängnis.

Wer mit Politik nichts anfangen kann, sollte dieses Buch genauso lesen, wie Menschen, die sich für Politik interessieren. Die Einen erfahren was Politik antreibt, wer Politik macht, für wen oder was, die Anderen lernen was es heißt eine gute Rede zu schreiben, um politische Ziele zu erreichen. In jeglicher Hinsicht ist dieses Buch lehrreich. Auf eine angenehme Art und Weise wird hier Geschichte erzählt und der Leserschaft wird bewusst, wie wichtig es ist für Selbstverständlichkeiten wie freie Wahlen, Gewaltenteilung und freie Meinungsäußerung einzutreten.

Neben all der historischen Ereignisse gelingt es Robert Harris Cicero als einen Mann mit vielen Facetten darzustellen, eben nicht nur als Politiker, sondern auch als Ehemann und Vater, Lehrender und Schüler, Suchender und Philosoph, eben als Mensch mit Schwächen und Stärken.

Ein gelungener Abschluss einer sehr gut recherchierten und spannend erzählten Geschichte über das Leben der historischen Peron Marcus Tullius Cicero zur Zeiten des römischen Reichs.

Dictator, Bd. 3 (Cicero-Trilogie)
Autor: Robert Harris
Heyne Verlag, 2015, 1. Aufl.
528 Seiten
Gebundenes Buch (Amazon.de)

Augustus

Augustus von John Williams 4 von 5 Sterne

Der Briefroman Augustus von John Williams wurde 1972 erstveröffentlicht und erzählt den Aufstieg des jungen Octavius zum ersten Kaiser des römischen Reiches. Ich las die Neuauflage der dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG  vom 23. September 2016.

Nachdem ich die Cicero-Trilogie von Robert Harris beendet hatte, begann ich Augustus von John Williams zu lesen. Augustus oder damals noch Octavian, ist der eingesetzte Erbe von Julius Caesar und auch verantwortlich für den Tod Ciceros, mit welchem die Cicero-Trilogie endet. In Augustus geht die Geschichte weiter, unabhängig von einem anderen Autor geschrieben, nämlich von John Williams, wohlgemerkt vor der Entstehung der Cicero-Trilogie. Nahtlos lässt sich Augustus an die Cicero-Trilogie anschließen…

Augustus ist in drei Bücher, sowie vorab durch einen Prolog und am Ende durch einen Epilog gegliedert. Auch ein Anhang mit einer Zeittafel, einen Personenregister und einem (sehr interessanten) Nachwort ist angeschlossen.

Die Geschichte wird in Form von fiktiven! Briefen, Memoiren, Senatsprotokollen und Tagebucheinträgen dargelegt. So wird uns die Sachlage, sowie die subjektive Gefühlslage der handelnden Personen zu jener Zeit erzählt. Dabei ist immer zu beachten, von wem an wen der Brief gerichtet ist. So können Briefe von ein und derselben Person an verschiedene Personen, aber zum gleichen Sachverhalt unterschiedliche Darlegungen enthalten. Weiterhin zu beachten ist, ob der Brief gegenwärtig geschrieben oder ein Rückblick, eine Erinnerung ist. Als Leser setzt man die Briefe, Fakten wie Senatsprotokolle und Erinnerungen zusammen, so dass am Ende viele kleine Puzzleteile ein Gesamtbild ergeben.

Sehr interessant ist dabei, dass vieles – eben wegen der Briefform – aus einer subjektiven Sichtweise heraus erzählt wird und uns die historischen Personen dadurch emotional nahe kommen und sie nicht nur zum Faktum erklärt werden, sondern Persönlichkeit und Charakter erhalten.

Anfangs fand ich die gewählte Briefform gewöhnungsbedürftig, aber nach und nach – ich kam immer besser in die Geschichte hinein – formten sich die Briefe und Erinnerungen zu einem spannenden Roman um Macht, Intrigen, Liebschaften und Eheschließungen. John Williams erzählt Geschichte, die spannend aus Sicht der damals agierenden Personen (vorwiegend der oberen Schicht) geschrieben ist, wobei im Vorwort betont wird, dass er die Fiktion vor der Historie bevorzugt (Der Autor selbst bemerkt , dass es sich bei diesem Werk mehr um eine literarische als um eine historische Wahrheit handelt).

Augustus
Autor: John Williams
dtv Verlagsgesellschaft, 2016, 1. Aufl.
480 Seiten
Gebundenes Buch (Amazon.de)

 

 

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Veröffentlicht von

querlesen

Langsam- und Genussleserin

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