Die Geschichte der Bienen, Maja Lunde

[Rezension] Die Geschichte der Bienen

Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde kam 2015 unter dem Titel Bienes Historie in Norwegen heraus. Ich las die Taschenbuchausgabe von 2018 in der zweiten Auflage, übersetzt von Ursel Allenstein.

Die Geschichte der Bienen erzählt den Einfluss der Bienen auf das große Ganze und auf uns Menschen. Anhand von drei Lebenslinien bekommen wir einen Einblick, wie die Bienen den Menschen beeinflussen und andersherum, letztlich wie diese kleinen emsigen Wesen ein wichtiger Teil der Welt sind. Alles und jedes Individuum ist für sich und dennoch für alle. Das zeigt sich auch bei den drei Lebenslinien, denen wir folgen. Sie sind auf eine gewisse Weise miteinander verwoben, obwohl sie an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten leben.

Wir erfahren die Geschichte der Bienen aus drei Leben:

  • England, 1852: Biologe William
  • USA, 2007: Imker George
  • China, 2098: Arbeiterin Tao

Dabei wird die Geschichte langsam erzählt und mehr und mehr erfahren wir aus den Leben der drei Hauptfiguren, ihre Träume, Ängste und Wünsche.

Die Charaktere und die Beziehungen sind sehr detailliert ausgearbeitet und sie sind es auch was dieses Buch antreibt, zu erfahren wie es den Charakteren ergeht, ob sie ihre Träume verwirklichen können, ob sie ihre Probleme bewältigen werden. Oft sind wir in den Gedanken der Charaktere. Vieles was ein Mensch denkt, spricht er nie aus, oder man sagt was anderes als man denkt, so auch hier. Die Unsicherheit der Charaktere kommt dadurch mehr zum Tragen, als wenn uns ihre Gedanken verborgen bleiben. Jeder kennt es, wann man Probleme in seinem Kopf hin und her wälzt und die Lösung, obwohl sie direkt vor einem steht, nicht sieht. Dabei sind die Charaktere auch in ihren jeweiligen Zeiten und gesellschaftlichen Normen gefangen. Auch die unterschiedlichen Darlegungen der gesellschaftlichen Vorstellungen und Zwänge waren sehr gut dargestellt, nie offentsichtlich, sondern immer in den Handlungen der Charaktere integriert, in allen drei Leben. Ich fühlte mich in die jeweilige Zeit und den Ort versetzt.

Der Spannungsbogen wird vor allem durch das einschneidende Ereignis in der Zukunft gehalten. Am Ende werden die drei Leben fast schon lautlos miteinander verwoben. Mir hat diese Geschichte unheimlich gut gefallen. Alle Charaktere waren mir sympathisch, auch wenn wir sie in schwierigen Lebenslagen antreffen. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin in keinster Weise versucht, den Leser zu belehren, sondern eine Geschichte erzählt, dass wir bei allem was wir tun, unsere nächsten Generationen beeinflussen werden, weil das Leben nun einmal so ist.

Fazit

Eine stille Endzeitvariante ohne Zombies, ohne Action, ohne Gewalt sondern mit gewöhnlichen Charakteren und ihrer Leben, durch denen wir eine Ursache für unsere mögliche Vernichtung kennenlernen, die schleichenden Folgen erleben bis hin zum möglichen Aussterben der Menschheit, ein lautloses, schrittweises Vergehen der Menschheit – ohne das Summen der Bienen.

5 von 5 Sterne (5/ 5 Sterne)

Die Geschichte der Bienen
Autorin: Maja Lunde
Übersetzung: Ursel Allenstein
btb Verlag, 2018, Taschenbuch
528 Seiten
Taschenbuch (Amazon.de)

 

 

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Veröffentlicht von

querlesen

Langsam- und Genussleserin

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