Die Geschichte des verlorenen Kindes, Bd. 4

[Rezension] Die Geschichte des verlorenen Kindes, Bd. 4

Die Geschichte des verlorenen Kindes ist der vierte und letzte Band der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante. Der Band erschien 2018 im Suhrkamp Verlag.

Der vierte Band beginnt mit der Trennung Elenas von ihrem Ehemann und der Flucht in die Arme ihrer Jugendliebe Nino. Es folgen die reifen Jahre unserer Protagonistin, ab Mitte dreißig.

Das Buch ist unterteilt in drei Abschnitte:

  • Reife
  • Alter
  • Epilog

Wir sehen das Leben durch Elenas Augen, die Trennung, das Wiederfinden, das Neufinden, die ewige Suche die Welt zu verstehen, ihre Freundin Lila zu verstehen, ihre Töchter zu verstehen, sich selbst zu verwirklichen und dabei sich treu zu bleiben.

Mit einer nahezu schmerzlichen Ehrlichkeit erzählt Elena uns was sie denkt, was sie fühlt, hinterfragt sich selbst, reflektiert ihre Gedanken, ordnet sie neu. Dabei gibt sie uns nicht die Rolle, die ein Außenstehender sehen soll, sondern sie offenbart sich uns. Sie erzählt uns ihre egoistischen Gedanken, die sie auch in die Tat umsetzt, so zum Beispiel auch das sie in ihrer Verliebtheit ihre beiden Töchter aus den Augen und aus den Sinn verlor. Sie spiegelt nicht das Bild einer Übermutter wieder, die erfolgreiche Autorin ist und alles klappt wunderbar. Nein, sie offenbart die Realität eines Menschen, der Wünsche und Sehnsüchte hat und diese auch trotz Ängste und Unsicherheiten auslebt. Insbesondere diese Ehrlichkeit der Protagonistin haben mich beeindruckt. Seit dem ersten Band gefiel mir diese Direktheit, zum Beispiel der ausgesprochene Neid gegenüber ihrer Freundin Lila, die immer alles besser konnte und Elenas Wunsch besser sein zu wollen.

Leider blieben in diesem letzten Band einige Enden offen oder wurden nur durch Andeutungen scheinbar aufgelöst. Das war für mich tatsächlich unbefriedigend. Da hätte ich mir ein klareres Bild gewünscht.

4 von 5 Sterne(4 von 5 Sterne)

Fazit

Im Großen und Ganzen hat mir die neapolitanische Saga gut gefallen, alleine die Zeitumspannung von den 1940iger Jahren bis zum Computerzeitalter, in die 2000er Jahre, waren eine wunderbare Reise und auch die vielen Thematiken, wie Politik, Armut, Gewalt, Camorra, Feminismus und das Leben im Rione wurden  durch die unterschiedlichen Lebenswege der zwei Freundinnen sehr gut wiedergegeben.

Die Geschichte des verlorenen Kindes (Bd. 4, Die neapolitanische Saga)
Autorenschaft: Elena Ferrante
Suhrkamp Verlag, 2018, Hardcover
615 Seiten
Hardcover (Amazon.de)

Vorherige Bände:

Band 1: Meine geniale Freundin

Band 2: Die Geschichte eines neuen Namens

Band 3: Die Geschichte der getrennten Wege

Werbeanzeigen

Veröffentlicht von

querlesen

Langsam- und Genussleserin

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s