Das Leben ist gut

Das Leben ist gut von Alex Capus erschien erstmals 2016 im Carl Hanser Verlag. Ich las die 3. Auflage der Taschenbuchausgabe des dtv-Verlages von 2018.

Max ist Schriftsteller und ca. 50 Jahre alt als seine Ehefrau Tina eine einjährige Gastprofessur an der Sorbonne in Paris erhält, die sie auch gerne annimmt. Das bedeutet, das Max, der seit 25 Jahren fast nie von seiner Ehefrau getrennt war, dies nun ist.

Komischerweise hat mir das Buch gefallen – komischerweise? Ja, denn man könnte erwarten einen Roman zu lesen, der einen Mann zeigt, der nicht alleine zurecht kommt, der mit den Kindern nicht klar kommt, der jammert und sich quält, weil seine Ehefrau nicht daheim ist. Wer macht denn nun essen oder wäscht die Wäsche? Aber über diese Dinge berichtet der Roman nicht.

Es geht vielmehr um Max und sein Leben bisher. Er denkt zurück, spekuliert was wäre wenn und ja, er liebt seine Frau und macht sich Gedanken, was sie wohl gerade denkt und macht. Und dabei hat Max eine Art zu erzählen, die mich schmunzeln lässt oder auch mal laut auflachen lässt. Besonders gelungen fand ich die Dialoge im Roman, die zeigen, das wir Menschen viel Nonsens reden, das uns aber auch irgendwie wichtig ist.

Max betreibt eine Bar, in der Gäste ein und ausgehen, Gäste die er seit Jahren kennt oder Gäste die nur hin und wieder kommen. So fließen seine Gedanken hier und dorthin, ganz sprunghaft, so wie das Leben ihm begegnet ist, mal dies mal jenes. Es verändert sich, er passt sich an und vermisst doch manch Vergangenes. Aber in allem war er stets der Einfache, der Verständnisvolle, der nicht erpicht ist auf eigene Veränderungen. Er liebt es einfach, er ist kein Suchender, er ist zufrieden.

Und so ist auch dies mein einziger Wehrmutstropfen an diesem Buch. Das Elend im Leben, die Qualen, die man aushält, neben Leidenschaften und Wünschen, eben auch nicht alles hinzunehmen, eben sich auch mal zur Wehr zu setzen, eben auch mal nach dem Sinn zu suchen. Das gab es nicht in diesem Buch. Es plätscherte so dahin, so wie wir Menschen auf der Straße begegnen, die man nicht kennt. Freundlich in ihrer Rolle, aber wie sieht es wirklich aus? Was lässt ihr Herz hüpfen, was lässt es brechen?

So komme ich zu dem Schluss das für Max das Leben gut ist, weil sein Herz hüpft, wenn er an seine Familie denkt und zerspringt wenn sie nicht wäre.

Fazit

Ein schöner Roman, der zeigt wie einfach es sein kann zufrieden zu sein und mit humorvollen Dialogen punktet.

4 von 5 Sterne(4 von 5 Sterne)

Das Leben ist gut
Autor: Alex Capus
dtv Verlag, 3. Auflage, 2018
240 Seiten
Taschenbuch (Amazon.de)